Monatsarchive: März 2018

Fastenaktion an unserer Schule. Der Solidaritäts- Kleidermarkt

Das Foyer unserer Schule sieht aus wie der Verkaufsraum eines Bekleidungsgeschäftes: An übervollen Tischen und Kleiderständern bieten Lehrer und Schüler rosa Bommelmützen, bedruckte Jogginghosen, dicke Winterjacken und bunte Kinderstiefel zum Verkauf an.

Die diesjährige Fastenaktion nutzt die Vorbereitungszeit auf Ostern, um auf den bewussten Umgang mit Kleidung als Ressource, auf Kinderarbeit in Indien und die Herkunft der eigenen Garderobe zu verweisen.

Der Kleidermarkt, dessen Erlöse einem Hilfsprojekt der STERNSINGER gegen Kinderarbeit zugutekommen, ist das „Solidaritäts-Finale“ der mehrwöchigen Schulaktion. Die Idee: Jede Familie bringt gebrauchte, aber gut erhaltene Kleidung mit in die Schule und verkauft diese zu einem Festpreis von zwei Euro – für den guten Zweck. „Ich habe ein Pulli mitgebracht. Der war mir eh zu klein“, erzählt Athalia (10). „Ist doch klasse, wenn den jetzt jemand anderes tragen kann. Und das Geld bekommt dann ein Kind in Indien“, verdeutlicht die Viertklässlerin den Sinn der Initiative. In mehreren Unterrichtsstunden sei die Kinderarbeit in den letzten Wochen thematisiert und mit Filmen veranschaulicht worden, erklärt Tanja Mittendorf, Initiatorin und zukünftige Beauftragte für Schulpastoral an der Katholischen Schule Altona.

„Dieser Kleidermarkt ist einfach eine gute Gelegenheit, das eigene Verhalten zu überdenken und konkrete Solidarität zu üben“, sagt Mittendorf. Leni (10) hat die Aktion sofort überzeugt. Den Erlös für ihr mitgebrachtes T-Shirt will sie daher auch keinesfalls selbst behalten. „Ich brauche kein Geld. Ich bin total zufrieden. Aber anderen geht´s eben nicht so gut. Und denen wollen wir damit helfen“, erklärt die engagierte Grundschülerin voller Überzeugung. Und verdeutlicht damit zugleich den erwünschten Sinneswandel, den eine solche Solidaritätsaktion hervorrufen kann.

 

Besuch von Erzbischof Heße in der KSA

Erzbischof Heße im Gespräch mit Altonaer Schülern

Es war kein leichter Gang, den Erzbischof Stefan Heße antrat: Pünktlich um 8.30 Uhr betrat er die Katholische Schule Altona, um sich persönlich den Fragen der Grund- und Stadtteilschüler sowie des Kollegiums nach dem Schließungsbeschluss zu stellen.

Und der Weg führte Heße zunächst zu den Jüngsten. Ruben, Mia, Flavio und ihre Klassenkameraden aus der 4a hatten sich nicht nur gut vorbereitet – sie kamen direkt auf die Finanzprobleme zu sprechen. „Wofür brauchen wir denn das fehlende Geld überhaupt?“, fragte der 9-jährige sichtlich interessiert. Der Erzbischof erläuterte den Jungen und Mädchen ausführlich, warum regelmäßige Rücklagen unabdingbar seien, um Schulsanierungen und dringend notwendige Anschaffungen bezahlen zu können. „Wir mussten aufpassen, dass das Loch im Portemonnaie nicht größer und größer wird und wir später keine Möglichkeit mehr zum Handeln haben“, erklärte Heße und ergänzte: „Auch mir tut das sehr weh. Wir tun das, um überhaupt noch Schulen erhalten zu können.“ Das Erzbistum sei zu lange „nur auf Sicht gefahren, ohne die Scheinwerfer anzumachen“. Dies sei nun geschehen, die hohen Risiken seien endlich ins offene Licht gerückt worden.

Erzbischof Heße im Gespräch und Altonaer Schülern Mia, für die im Sommer kommenden Jahres ein Schulwechsel ansteht, fragte nach dem Morgengebet an einer staatlichen Schule: „Gibt es das da auch?“. „Vieles wird für Euch sicherlich anders werden“, erklärte Heße ohne Umschweife und berichtete von seiner eigenen Schulzeit an einer öffentlichen Schule, von der Skepsis der Mitschüler beim Thema Kirche. „Auch an staatlichen Schulen habt ihr Anspruch auf Religionsunterricht – und den solltet ihr nutzen“, riet der Erzbischof. Es sei ein Geschenk, auf eine katholische Schule gehen zu können, in Gemeinschaft mit anderen getauften Klassenkameraden. „Aber der christliche Glaube ist natürlich überall da, wo ihr lebt. Das fängt schon morgens in der Familie und bei unserem Umgang miteinander an“, verwies Heße auf das jeweils eigene Handeln im Alltag.

Auch bei der Begegnung mit den Zehntklässlern verdeutlichte der Erzbischof die Zwangslage des Erzbistums. „Sich in dieser dramatischen Situation auch von Gutem trennen zu müssen, ist ganz, ganz bitter. Das tut besonders weh. Und auch diese Schule ist etwas sehr Gutes“, so Heße. Daher gehe das Erzbistum weiterhin offen in alle Gespräche mit Menschen, die Hilfe anbieten und Vorschläge machen. „Wir werden alles ausloten, um die sich bietenden Chancen für die drei mit einem Moratorium versehenen Standorte zu nutzen“, so der Oberhirte. Im Vortrag selbstverfasster Zeilen brachte die Zehntklässlerin Christa ihre Hoffnungen zum Ausdruck – und schloss mit der Bitte: „Möge der Allmächtige stets ein Auge auf Sie haben und Sie beschützen“. Sichtlich bewegt nahm Erzbischof Heße die Wünsche an. „Ich bin sehr dankbar, dass ich hier sein durfte“, erklärte der Erzbischof zum Abschied.

 

Die Schülerin Christa (Klasse 10) hatte dem Erzbischof einen Brief geschickt….sehr lesenswert!

Sehr geehrter Herr Erzbischof Dr. Heße,

ich gehe zwar in die 10. Klasse und damit auch in mein letztes Schuljahr an der Katholischen Schule Altona, aber auch ich bin zutiefst erschüttert über die Schließung unserer Schule. 

Wissen Sie, Sie schließen nicht nur irgendwelche Schulen. Nein!

  • Sie schließen Orte, an denen Freude herrscht. 
  • Sie schließen Orte, an denen so manch einer seinen Traum wahr werden ließ. 
  • Sie schließen Orte, an denen sich Freunde gefunden haben.
  • Sie schließen auch Orte, an denen sich Liebende gefunden haben.
  • Sie schließen einen Ort, der sich für uns alle wie ein Zuhause angefühlt hat.
  • Sie schließen einen Ort, an dem wir alle zu einer Familie zusammen gewachsen sind!

Verstehen Sie, worauf ich hinaus möchte?! 

Ich hoffe es, denn ich möchte, dass Sie verstehen, was Sie mit uns allen anstellen und dass Sie uns einfach ohne jegliche Bedenken aufgeben.

Eine Sache, die ich nicht verstehen kann und auch nicht verstehen möchte, ist: 

Warum, in Gottes Namen, schließen Sie die Schulen derjenigen Schüler, die sowieso ein wenig ärmer sind bzw. deren Eltern kaum so viel Geld haben wie z.B. die Blankeneser Familien? 

Warum schließen Sie die Schulen, die zentraler liegen als alles andere?! (Domschule, Kath.Schule Altona) 

Warum schließen Sie die Schulen, bei denen Sie wissen, dass sich niemand wehren wird bzw. kann?!

Ich finde nicht, dass Sie die Sache weder richtig durchdacht haben noch richtig gehandelt haben, denn ich kann mich noch daran erinnern, wie den Eltern und Lehrern mitgeteilt wurde, dass, bevor überhaupt eine Schule geschlossen wird, die Meinung der Leute eingeholt wird und gemeinsam geguckt wird, was getan werden muss. 

Doch dies wurde leider nicht getan! 

Sie haben einfach von heute auf morgen verkündet, dass das Erzbistum Schulden hat. 

Und genauso haben Sie von heute auf morgen ohne Vorwarnung verkündet, dass diese 8 Schulen geschlossen werden.

Dies ist ziemlich traurig, denn da draußen gibt es Menschen, die trotz dessen, dass Sie unser aller Vertrauen gebrochen haben, helfen möchten und sogar gute Ideen haben. 

Sie sollten schnell handeln und bei diesem Mal alle mit einberufen, die es betrifft, bevor Sie auch noch die Menschen verlieren, die noch an Sie glauben.

Ich weiß, dass Sie gewisse Entscheidungen nicht alleine treffen, aber kämpfen Sie wenigstens für unsere Schulen!

Ich hoffe dennoch, dass es Ihnen gut geht und Sie gesund sind. Ich freue mich riesig auf Ihren Besuch bei uns in der Klasse und wünsche Ihnen für die Zukunft Gottes Segen. Möge der Allmächtige stet ein Auge auf Sie haben und Sie beschützen.

 

Mit vielen lieben Grüßen

Christa Opoku

 

 

 

 

Klasse 10 besuchte die KZ- Gedenkstätte Neuengamme

Im Rahmen der Unterrichtseinheit „Verfolgung und Ermordung von Minderheiten in der Zeit des Nationalsozialismus“ besuchte die Klasse 10 am 28.03.2018 die KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Unter der sachkundigen Führung von Thomas Käpernick vom Museumsdienst besuchten wir bei klirrender Kälte die verschiedenen Orte des Gedenkens und Erinnerns auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme. Wir sahen den ehemaligen Apellplatz mit den Stellen, wo die großen Häftlings-Baracken gestanden haben, die Stelle, wo das Gefängnis und die Hinrichtungsstelle sich befanden, das Dokumenten-Haus mit der Hauptausstellung, das Haus über die Lager-SS und das Haus des Gedenkens mit den Namens-Fahnen der ermordeten Häftlinge.

Besonders intensiv war die Erforschung von Einzelschicksalen einzelner Häftlinge, die uns die Grausamkeit und das Grauen des Aufenthalts im Konzentrationslager deutlich vor Augen führten. So fanden wir auch die Zeugnisse zum 14 jährigen polnischen jugendlichen Zwangsarbeiter Walerjan Wrobel, dessen trauriges Schicksal wir schon durch einen Film im Unterricht kennengelernt hatten. Es war ein berührender, beeindruckender und nachdenklich stimmender Vormittag in der KZ-Gedenkstätte, den unsere Klasse wohl nicht so schnell vergessen wird. Ein (kostenloser) Besuch dieser Gedenkstätte ist jederzeit möglich und sehr empfehlenswert! (Bus-Verbindungen ab S-Bahnhof Reinbeck nach Neuengamme!)

Herzliche Einladung zum Kleidermarkt der KSA

Dienstag, den 20.März 2018 von 15.00 – 17.00 Uhr

Wir möchten ein Zeichen setzen gegen die Kinderarbeit auf der ganzen Welt.

Kommen Sie und stöbern Sie bei Kaffee und Kuchen auf unserem Kleidermarkt.

Das gesamte Geld wird gespendet!

Wir freuen uns auf Sie!