Monatsarchive: Februar 2015

Dona-Nobis-Pacem-Projekt als Film

Hamburger Schul- und Kirchenchöre komponierten und sangen Lieder für den Frieden – mit diesem Projekt starteten die katholischen Schulen mit der Elbphilharmonie Kompass, dem Erzbistum Hamburg und in Kooperation mit dem Kulturforum21 in das neue Jahr.

Hier sind Fotos von unserer 4. Klasse der KSA. Es war ein beeindruckender Abend!

Vier Schulklassen katholischer Schulen aus Hamburg (Domschule St. Marien, Katholische Schule Altona, Katharina-von-Siena-Schule, Katholische Bonifatiusschule) und vier katholische Kirchenchöre aus der Hansestadt nahmen am Musikvermittlungs-Projekt „Dona nobis pacem“ von „Elbphilharmonie Kompass“ und dem Erzbistum Hamburg in Kooperation mit dem Kulturforum21 teil. Sechs Monate lang beschäftigen sie sich dabei intensiv mit Liedern und Chorwerken, die um die Themen „Frieden“ und „Konflikt“ kreisen und entwickeln diese kreativ weiter. So entstanden ganz eigene Lieder für den Frieden, die in einem Abschlusskonzerten im St. Marien-Dom der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

„Auslöser für das Projekt war das Jubiläum des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren“, erzählt Projektleiterin Annika Schmitz. „Die European Concert Hall Organisation, zu der auch die Elbphilharmonie gehört, hat zwölf Komponisten aus verschiedenen europäischen Ländern beauftragt, je ein Chorstück zu diesem Anlass zu komponieren.“ Neben diesen Stücken nutzen die Teilnehmer Bekanntes als musikalisches Rohmaterial – von Taizé-Liedern über Kanons bis hin zu Mendelssohns Komposition „Verleih uns Frieden gnädiglich“. „Mir gefällt an dem Projekt besonders, dass es generationenübergreifend und stadtteilverbindend ist“, so Tobias Riedel vom Erzbistum Hamburg. Denn es lernen sich Menschen aus den verschiedensten Stadtteilen und mit einer Altersspanne vom Drittklässler bis zum ältesten Chormitglied mit über 70 Jahren kennen. „Vermutlich wären sich viele der Teilnehmer sonst nie begegnet“, so Riedel. „Doch sie machen die Erfahrung, dass ihre Unterschiedlichkeit nicht Konfliktstoff bietet, sondern Reichtum bedeutet – ein kleiner Beitrag zum Frieden in unserer Stadt.“

 

 

 

 

„Ich esse eure Suppe nicht!“

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„Ich esse eure Suppe nicht!“

Die achte Klasse der Katholischen Schule Altona musikalisch

Fleisch kommt vom Schlachter, der in Süddeutschland Metzger heißt oder natürlich aus dem Supermarkt, wo es sauber verpackt in den Kühlregalen ausgelegt zum Verkauf steht. Ein leckeres Hühnchen gibt es schon für unter zwei Euro und auch andere verlockende Angebote machen vergessen, dass Schweine- und Geflügelgrippe, BSE und Pferdefleisch in der Lasagne in den letzten Jahren für Skandale und Ekelgefühle gesorgt haben.

Ein nicht einfaches Thema, dessen sich die achte Klasse der Katholischen Schule Altona da angenommen hat, auf den ersten Blick ein schlecht verdauliches Thema. Doch wie bei einem guten Eintopf, so kommt es auch hier vor allem auf die richtigen Zutaten an. Zusammen mit dem Crossover e.V. und der Hamburger Band Rakede, begab man sich auf eine musikalische Entdeckungsreise, die von der Initiative Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung inhaltlich gestützt und finanziert wurde.

In einem dreitägigen Workshop trafen sich die Schüler und Schülerinnen mit zwei Musikern der Band und erarbeiteten in zwei Gruppen – einer Textergruppe und einer Beatgruppe – einen Song, den man getrost einem Musikgourmet als Feinkost servieren kann. Doch vor dem fertigen Gericht stand eine Menge Arbeit, die natürlich nicht in der Schulküche, sondern im Musiksaal und den Klassenzimmern stattfand. Die einen produzierten mit allem, was die Räumlichkeiten zu bieten hatten, fette Beats, siedende Rhythmen und harmonische Melodien, die anderen notierten in ihrem Rezeptbuch für aussagekräftige Texte Lyrics, die sich gegen „eine Welt wenden, in der es um kaum mehr geht als Geld“. Zum Ende des Workshops wurde der fertige Song heiß serviert und vor der Schülerschaft und den Lehrern der Schule aufgeführt und von allen Feinschmeckern und Feinschmeckerinnen mit lautem Applaus honoriert.

Was bleibt, ist ein Statement gegen eine unbedachte Ausbeutung der Ressourcen der Erde, gegen den achtlosen Umgang mit Nutztieren und ein Plädoyer für mehr Verantwortung. Es bleibt aber auch ein Lied, das unter die Haut geht und die Erfahrungen der Schüler und Schülerinnen, mit den eigenen Fähigkeiten etwas Unterhaltsames und trotzdem Aussagekräftiges zu schaffen. In diesem Sinne: Wohl bekomm’ s!

Jan Baugut